Wie beschafft man KI und Cloud-Dienste ohne dedizierten CPV-Code?
Wählen Sie bei KI- oder Cloud-Beschaffungen den bestehenden CPV-Code, der die tatsächliche Leistung am genauesten beschreibt. Fehlt ein hinreichend genauer Eintrag, kommt die passende übergeordnete Kategorie infrage; 72000000-5 ist nicht automatisch der Hauptcode jeder IT-Beschaffung. Ergänzen Sie die Einordnung durch passende weitere Codes und eine präzise Leistungsbeschreibung; zusätzliche Codes sind jedoch nicht generell verpflichtend. [1] [2]
KI und Cloud: drei Schritte zur Einordnung
- 1. Von der Leistung ausgehen
Unterscheiden Sie Entwicklung, Softwarebereitstellung, Speicher und Unterstützung.
- 2. Den Hauptcode begründen
Auch ein komplexes Projekt verlangt nicht automatisch 72000000-5. Die eForms-Dokumentation ordnet die Leistung mit dem größten Wertanteil als Hauptleistung ein.
- 3. Bekanntmachung und Unterlagen abstimmen
CPV ist ein verpflichtendes Klassifikationsinstrument und dient nicht nur der Statistik. Es ersetzt keine technischen Anforderungen.
Sie wollen eine KI-Lösung aus der Cloud beschaffen, finden aber den Technologienamen nicht im CPV-Verzeichnis? Bestimmen Sie zunächst, was Sie einkaufen: Software, Entwicklung, Datenanalyse, Speicher oder Betrieb. So beschreiben Code und Vergabeunterlagen dieselbe Leistung.
Warum fehlen moderne Technologien in der CPV-Nomenklatur?
Das Gemeinsame Vokabular für öffentliche Aufträge (CPV) wurde durch die Verordnung (EG) Nr. 2195/2002 eingeführt. TED verwendet derzeit die durch Verordnung (EG) Nr. 213/2008 geänderte Fassung von 2008. Auf die achtstellige Klassifikation folgt eine Prüfziffer. [3] [4]
Das Verzeichnis enthält keinen universellen Eintrag mit der Bezeichnung KI oder Cloud. Die Beschaffung lässt sich dennoch nach ihrem konkreten Gegenstand unter vorhandenen Software-, Daten- und IT-Dienstleistungskategorien einordnen. [4]
Die Regel der nächstverwandten Kategorie in der Praxis
Der TED-Leitfaden empfiehlt eine möglichst genaue Zuordnung. Passt der detaillierte Eintrag nicht, wählen Sie die übergeordnete Kategorie, die den Einkauf besser beschreibt. [1]
- Von der Leistung ausgehen: Unterscheiden Sie Entwicklung, Softwarebereitstellung, Speicher und Unterstützung. [1]
- Den Hauptcode begründen: Auch ein komplexes Projekt verlangt nicht automatisch 72000000-5. Die eForms-Dokumentation ordnet die Leistung mit dem größten Wertanteil als Hauptleistung ein. [5]
- Bekanntmachung und Unterlagen abstimmen: CPV ist ein verpflichtendes Klassifikationsinstrument und dient nicht nur der Statistik. Es ersetzt keine technischen Anforderungen. [6]
Beispiele für gegenstandsbezogene CPV-Codes
Die Tabelle nennt beispielhafte Ausgangspunkte, keine für jedes KI- oder Cloud-Projekt gültigen Codekombinationen. Die kurzen Inhaltsangaben folgen dem amtlichen Verzeichnis. [4]
| CPV-Code | Kurzbeschreibung |
|---|---|
| 72212900-8 | verschiedene Softwareentwicklungs- und Computersystemdienste |
| 72242000-3 | Entwurfsmodellierung |
| 72316000-6 | Datenanalyse |
| 72317000-0 | Datenspeicherung |
| 72315000-6 | Datennetzverwaltung und Unterstützung |
| 72268000-1 | Softwarebereitstellung |
| 72212000-4 | Programmierung von Anwendungssoftware |
| 72253200-5 | Systemunterstützung |
KI-Entwicklung oder Modellierung: Für tatsächlich bestellte Entwicklung oder Modellierung; der Modellierungscode ist kein allgemeiner KI-Code.
Analyse, Speicherung, Netz: Nach der konkreten Datenleistung; der Netzcode ist kein universeller IaaS-Code.
Softwarebereitstellung und verbundene Dienste: Unterscheiden Sie bereitgestellte Software von beauftragter Programmierung und Unterstützung. [4]
Weitere prüfbare Einträge: 72250000-2 System- und Unterstützungsdienste, 72318000-7 Datenübertragung, 48820000-2 Server. Der Servercode kann bei Hardwarekäufen passen; allein der Zugang zu Cloud-Kapazität rechtfertigt ihn nicht. [4]
Was gehört in die Leistungsbeschreibung?
Für Beschaffungen im Anwendungsbereich der Richtlinie 2014/24/EU verlangt Artikel 42 gleichen Zugang und untersagt ungerechtfertigte Wettbewerbshindernisse. Leistungs- oder Funktionsanforderungen sind eine zulässige Beschreibungsmethode, aber nicht die einzige. [7]
Praktische Empfehlung: Beschreiben Sie messbare Leistung, Verbindungsschnittstellen (API), Verfügbarkeitszusagen (SLA), Datenschutz und Sicherheit. Begründen Sie Technologie- oder Markenvorgaben gesondert und beachten Sie Artikel 42 Absatz 4 einschließlich der Gleichwertigkeitsregeln. [8] [9]
Bestimmen Sie Anforderungen aus dem AI Act nach Zweck, Risiko, Rollen der Beteiligten und Anwendungszeitpunkt. Nicht jede KI im öffentlichen Sektor ist hochriskant. Die Verordnung (EU) 2026/1744 verschob die wesentlichen Anforderungen für Systeme nach Anhang III auf den 2. Dezember 2027 und für Systeme mit Bezug zu Anhang I auf den 2. August 2028. [10] [11]
Mehrfachcodierung in den eForms (BT-262 und BT-263)
eForms ist das EU-Bekanntmachungssystem nach der Durchführungsverordnung (EU) 2019/1780. Auf der jeweiligen Verfahrens-/Losebene bezeichnet BT-262 den Hauptcode und BT-263 das wiederholbare Feld für weitere Codes. Maßgeblich sind die Validierungsregeln des konkreten Bekanntmachungstyps und SDK; die Pflicht zur Angabe ist nicht in jedem Formular und auf jeder Ebene gleich. [2]
Zusätzliche Codes sind nicht generell verpflichtend; eine allgemeine Vorgabe von 3–5 Codes besteht nicht. Geben Sie nur weitere tatsächlich beschaffte Leistungen an. Auch BT-263 verwendet numerische Codes des CPV-Hauptvokabulars, nicht das alphanumerische Zusatzvokabular. [12]
Bieterhinweise: Risiken bei der Ausschreibungsbeobachtung
Ein enger CPV-Filter kann relevante Bekanntmachungen unter einem allgemeineren Code auslassen; eine breite Suche kann irrelevante Treffer liefern. Das ist ein Suchrisiko, kein zahlenmäßig garantierter Verlust.
Kombinieren Sie CPV mit Begriffen wie „künstliche Intelligenz“, „maschinelles Lernen“, „Cloud“, „Kubernetes“ oder „SaaS“. TED unterstützt Volltext- und CPV-Suche. Testen Sie breitere Codes und Suchwörter getrennt und prüfen Sie anschließend den tatsächlichen Gegenstand der Bekanntmachung. [13]
Ist ein Vergabeverfahren wegen falscher CPV-Codes anfechtbar?
Eine genaue Leistungsbeschreibung macht eine falsche CPV-Einordnung nicht automatisch rechtmäßig. Nach Artikeln 1 und 2 der Richtlinie 89/665/EWG können rechtswidrige Auftraggeberentscheidungen überprüft werden; Einzelheiten zu Antragsberechtigung, Fristen und Abhilfen bestimmt das nationale Recht. [14]
Ist der Code irreführend, verlangen Sie rechtzeitig Klärung oder Berichtigung und prüfen Sie die örtlichen Rechtsschutzvoraussetzungen. Es gibt keine für alle Mitgliedstaaten geltende Garantie, dass ein CPV-Fehler immer oder niemals zur Aufhebung führt. [14]
FAQ
- Gibt es im CPV-Katalog offizielle Codes für künstliche Intelligenz oder Cloud?
Das aktuelle Verzeichnis enthält keinen universellen KI- oder Cloud-Eintrag. Wählen Sie den bestehenden Code, der die konkrete Software-, Entwicklungs- oder Datenleistung am genauesten beschreibt. [4]
- Welcher Haupt-CPV-Code empfiehlt sich für KI-Projekte?
Es gibt keinen sichersten Code für jedes KI-Projekt. 72242000-3 kann für Modellierung, 72316000-6 für Datenanalyse passen; die Leistung entscheidet. [4]
- Wie viele zusätzliche CPV-Codes können in eForms angegeben werden?
BT-263 ist wiederholbar. Prüfen Sie Bekanntmachungs- und SDK-Regeln; weder eine allgemeine Pflichtanzahl noch eine unbegrenzte Kapazität jedes Systems ist garantiert. [12]
- Kann ein Verfahren allein wegen eines falschen CPV-Codes aufgehoben werden?
Eine falsche Einordnung kann überprüfbar sein. Das Ergebnis hängt vom konkreten Rechtsverstoß und nationalen Voraussetzungen ab; weder Aufhebung noch Immunität sind garantiert. [14]
- Wie finden IT-Bieter passende Ausschreibungen ohne genauen CPV-Code?
Kombinieren Sie CPV mit Volltext- und Schlagwortsuche und lesen Sie anschließend den tatsächlichen Bekanntmachungsgegenstand. [13]
Hivatkozások
- TED — Common Procurement Vocabulary — Selecting a CPV code
- TED eForms — Procedure, lot and part information — MainClassification / BT-262; AdditionalClassification / BT-263
- TED — Common Procurement Vocabulary — CPV versions and code structure
- Regulation (EC) No 213/2008 — Annex I, CPV main vocabulary
- TED eForms — Procedure, lot and part information — MainClassification / BT-262
- Directive 2014/24/EU — Article 23; Article 42
- Directive 2014/24/EU — Article 42(2)–(3)
- Directive 2014/24/EU — Article 42(4)
- European Commission — Updated EU AI Model Contractual Clauses
- Regulation (EU) 2024/1689 — Article 6; Article 113
- Regulation (EU) 2026/1744 — Article 1(40)
- TED eForms — Procedure, lot and part information — AdditionalClassification / BT-263
- TED — Search and browse — Full-text search and CPV search
- Directive 89/665/EEC — Articles 1–2
Források
TenderVela
Utolsó szakmai felülvizsgálat: 2026-10-10
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